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Weinhandlung Feist & Reinach

Die Firma

Die Räumlichkeiten

Jüdische Weingroßhandlung Feist & Reinach in Bingen

Die Kellereien der Firma gehören zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten des weinfrohen Bingen. Sie bieten nicht nur Weinfachmann, sondern auch dem Architekten viel Sehenswertes. Geben sie doch infolge ihrer zu verschiedenen Zeiten nach den neuesten Erfahrungen vorge-nommenen Vergrößerungen ein gutes Bild des Kellerbaues und der Kellertechnik.
Wenn wir einen Rundgang beginnen, so betreten wir zunächst nach Durchgang der umfangreichen Bureauräume den Probiersaal (siehe Bild). Hier werden nicht nur die Kontrollproben der Lagerbestände vorgenommen und angebotene Weine geprüft, sondern der Raum dient vor allem zum Empfange der Kunden, die hier in bequemster Weise Gelegenheit haben zu proben, um ihre Einkäufe darnach. zu machen.

Gleich anschließend an den Probiersaal liegt die geräumige Pack- und Versandhalle. Unser Bild zeigt sie im Betriebe. Hier werden die aus dem Keller kommenden Flaschen etikettiert, gekapselt und verpackt.

Wir sehen auf unseren Bildern die verschiedenen maschinellen Einrichtungen, u. a. die sich durch den ganzen Keller ziehende elektrische Kraftleitung, die es ermöglicht, die Elektromotoren an jeder Stelle der ganzen Kellerräumlichkeiten zu gebrauchen. In der Tat finden diese auch Verwendung zu allen Vorrichtungen, die sich auf maschinellem Wege vornehmen lassen, so dem Pumpen , Flaschenspülen , Etikettieren, dem Entrappen der Traubenmaische etc.
Der untere Kellerraum umfaßt zwei zirka 100 Meter lang laufende breite Tonnengewölbe, ihm schließt sich in gleicher Flucht der Hauptflaschenkeller an, der zirka 8o 000 Flaschen faßt, allerdings aber auch nur einen kleinen Teil des Flaschenlagers enthält. Von seinen verschiedenen Abteilungen geben unsere Bilder ebenfalls Kenntnis.
Auf diesen Räumen ruht zunächst der sogenannte Zwischenkeller. Er geht von der Packhalle in ebener Flucht in das gebirgige Gelände und ist in seinem Ende ebenso in die Schieferfelsen eingegraben wie die unteren Kellerräume. Auf ihm ruht als dritter Stock der Gährkeller, in dem die Jungweine nach derKelterung eingelegt werden; er ist heizbar eingerichtet.
Steigen wir die in den Zwischenkeller führende Treppe hinan, so kommen wir gleich rechts in den Tonnengewölbkeller. In ihm lagern meistens Fässer großen Umfanges bis zu i8 000 Liter (zirka 2400o Flaschen) Inhalt. Ihn durchschreitend kommen wir zum Kreuzgewölbe, das wiederim Bilde festgehalten ist. Hier vereinigen sich von drei Seiten her vier verschiedene Keller. Auch dieses Gewölbe enthält meistens Faßriesen, deren größter über 20 000 Liter, d. i. zirka 27 000 Flaschen, faßt.
Auf diesem Gewölbe ruht der neuerbaute Kelterraum (s. Bild). Auch dieser ist mit den neuesten Einrichtungen versehen. Hierher kommen zur Herbstzeit die Mostfuhren aus den Weinbergen und bringen ihre edle Last. Das Kelterhaus ist von einer Parallelstraße aus von den Fuhrwerken zu erreichen, ohne daß solche durch die übrigen Betriebsräume und den Versandhof fahren müssen. Es ist dadurch eine wünschenswerte und betriebstechnisch sehr praktische, vollkommene Trennung des Versandbetriebes vom Kelterbetriebe ermöglicht.
Unser letztes Bild zeigt uns noch einen Blick in den Hof der Versand-Abteilung. Im Hintergrund erblicken wir auch die grünen Reben des berühmten Rüdesheimer Berges, den Niederwald, gekrönt vomNational Denkmal, die dem Bilde ein passendes Relief verleihen, wie es besser wohl nicht sich denken läßt.
Was nun die Art der geschäftlichen Tätigkeit der Firma Feist & Reinach betrifft, so sei hervorgehoben, daß sie streng an dem Grundsatze festhält, ein reines Engrosgeschäft zu betreiben. Sie arbeitet daher nur mit dem wirklichen Weingroßhandel und schließt alle anderen Verbraucher unfehlbar aus.
Diesem Grundsatz getreu, vermeidet sie auch jede Art der Propaganda und Reklame für Kreise, die nicht zu ihren Abnehmern gehören, und sie untersagt sich daher auch prinzipiell die Beteiligung an Ausstellungen jeder Art.
Sie legt ihr Augenmerk einzig und allein darauf, den Großfirmen des Weinhandels in wirklicher Leistungsfähigkeit zu dienen und sie darf deshalb auch mit besonderer Genugtuung auf dessen stets wachsende Anerkennung zurückblicken.