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Besuch der Bachan-Nachkommen

Gang über den jüdischen FriedhofGang über den jüdischen FriedhofGang über den jüdischen FriedhofBlick auf die Heimat der VorfahrenGespräche am Rheinufer

Schuli Arbel, Gabi, Reuven und Eyal Bachan aus Israel kamen im Frühsommer 2011 zur Spurensuche nach Bingen.

Text: Beate Goetz

Oft ist es der Tod von Vater oder Mutter, der in den Nachkommen den Wunsch reifen lässt, den Geburtsort der Eltern zu besuchen. Die einen kommen mit vielen Informationen im Gepäck, da sie eine Mutter, einen Vater hatten, die mit ihren Kindern offen über ihr Leben vor und nach der Machtergreifung Hitlers sprachen, die schönen Erinnerungen mit ihnen teilten, aber auch die traumatischen Erfahrungen nicht aussparten. Andere sind dankbar für jede Hilfestellung bei ihrer Spurensuche, da ihre Eltern die Vergangenheit in sich verschlossen oder sie selbst es versäumt haben, rechtzeitig Fragen zu stellen.
Shuli Arbel, Gabi, Reuven und Eyal Bachan aus Israel, die im Juni 2011 Bingen besuchten, hatten ihren Besuch sehr gut vorbereitet, wobei ihnen die „Memories“ ihrer im Dezember 2010 verstorbenen Mutter, die diese vor einigen Jahren für ihre Kinder und Enkel geschrieben hatte, eine große Hilfe waren.
Im Fokus des Interesses stand die Gaustraße, in der viele Familienangehörige gewohnt hatten und wo die Mutter am 30. Januar 1923 als Marlis Brück, Tochter des Weinhändlers Karl Brück und seiner Ehefrau Adele geborene Mayer, zur Welt gekommen war. Franz, der Sohn der Familie, war Jahrgang 1928.
Nach der Auswanderung 1939 lebte Marlis Brück zuerst einige Jahre in Nordamerika. Ihren Traum, nach Palästina zu gehen, verwirklichte sie später mit ihrem Mann Micha Bachan. Das Paar lebte im Kibbuz Maayan Zvi, wo Miriam, wie sie sich nun nannte, in ihrem erlernten Beruf als Krankenschwester arbeitete. Die vier Kinder wurden dort geboren, zwei von ihnen leben noch heute im Kibbutz.
Mit dem Gefühl großer Dankbarkeit für die Begleitung durch die Stadt ihrer Vorfahren, einen Gang über den Jüdischen Friedhof zu den Familiengräbern und eine Einladung zum Abendessen mit Blick auf den Rhein  fuhren die Gäste am nächsten Tag nach Offenbach, wo der Vater hergekommen war.