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Stolpersteine

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Bingen-Innenstadt:
Bär; Walter, Frieda, Mathilde
Amtstraße 13
Brück; Lotte und Lili
Mainzerstraße 31
Dehmel; Ida
Basilikastraße 3
Feist; Thekla, Lotte, Ellen
Schloßbergstr. 4-6
Freundlich; Siegfried, Carola
Hospitalstraße (MVB)
Gross; Karl, Agnes, Bertha
Gaustraße 11
Gross; Ernst und Selma
Gaustraße 11
Gross; Ella
Gaustraße 21
Hausmann; Klara
Schloßbergstr. 42
Kahn; Selma, Klara
Schloßbergstr. 4-6
Keller; Karl, Eva, Walter, Ruth
Rathausstraße 20
Kleeblatt; Emilie
Gaustraße 42
Koppel; Karl, Herta, Kurt
Rochusstraße 10
Lazarus; August
Am Burggraben 1
Lebrecht; Edith
Mariahilfstraße 8
Marcus; Hugo, Rosa, Emma, Adele, Henny
Schmittstr. 49
Marx; Josefine, Arthur
Gaustraße 42
Marx; Arthur, Irma, Gisela, Doris
Schmittstr. 33
Mayer; Max
Schloßbergstr. 18
Münzner; Ludwig und Sophie
Kapuzinerstraße 3
Nathan; Moritz und Rosalie
Am Burggraben 1
Rosam; Juliane
Schmittstr. 35
Rosenstock; Adolf, Selma,Herbert
Rochusstraße 3
Rosenthal; Emanuel, Alice
Schmittstraße 9
Seligmann; Ludwig
Gaustraße 42
Simon; Pauline
Gaustraße 11
Simon; Edmund und Meta
Mainzerstraße 45
Simon; Ferdinand und Bertha
Schloßbergstraße 25
Sommer; Sally, Ida, Erwin, Heinz
Gaustraße 14
Steinberg; Paul und Paula
Speisemarkt 14
Stern; Alfred
Hospitalstraße (MVB)
Strauß; Familie Strauß
Kurfürstenstr. 3
Wolf; Ernst, Marianne, Marion
Mainzerstraße 10

Bingerbrück:
Herz; Hermann und Selma
Löwenstein; Harry
Schloßstraße 2
Müller; Ludwig, Klara, Fritz, Ruth
Benediktusgarten 9
Wolff; Moritz und Else
Rupertsberg 8

Bingen-Büdesheim:
Bermann; Felix, Delphine, Amalie
Burgstraße 8
Feist; Siegfried, Klara, Mathilde
Kaufmann; Jenny
Saarlandstr. 162   

Bingen-Gaulsheim:
Boll; Theodor, Johanette
Mainzerstraße 357

 


                      

Schloßbergstraße 25: Ferdinand und Bertha Simon geb. Levy

Ferdinand Simon war gebürtiger Gensinger. Später zog die Familie nach Bingen

Text: Beate Goetz

Nach 1938 durften wir nirgenwo  mehr hingehen - Ellen Mayer Fine denkt noch heute an Spaziergänge am Rhein mit ihrem Großvater Ferdinand Simon zurück

Der Weinhändler Ferdinand Simon wurde am 28. November 1868 als Sohn des Weinhändlers Gottfried Simon II und seiner Ehefrau Jeanette, geborene Simon, in Gensingen geboren. Hier hatten auch schon die Großeltern Philipp Simon und Amalie, geborene Kahn, gewohnt. 1878 verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Bingen.
Ob es die schon besseren Verkehrswege am Rhein-Nahe-Eck waren, die auch noch andere Gensinger Familien nach Bingen abwandern ließen, bleibt offen. Gottfried Simon II starb am 10. April 1900, seine Frau Jeanette am 10. Oktober 1914; beide sind auf dem jüdischen Friedhof in Bingen bestattet.
Ferdinand Simon gründete mit Bertha Levy (* 19. Dezember 1873 in Dortmund) eine Familie.
Die Eltern von Bertha Simon, Jacob und Ida Levy, starben in Wiesbaden. Alice, die gemeinsame Tochter von Ferdinand und Bertha Simon, kam am 22. März 1902 in Bingen zur Welt. Einen Grund, warum er kein Soldat im Ersten Weltkrieg war, nennt Ferdinand Simon in seiner Familienliste von 1940 nicht.
Tochter Alice heiratete Moritz Mayer, der aus Dromersheim stammte. Zusammen mit Tochter Ellen (* 18. Dezember 1929 in Bingen) verließ das Paar im März 1940 Bingen mit dem Zug, der sie nach Italien brachte; von dort erfolgte per Schiff die Auswanderung nach USA. Auch Ferdinand und Bertha Simon wollten nach Nordamerika auswandern, wurden aber am 27. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Ferdinand Simon starb dort schon am 28. Dezember 1942, Bertha Simon am 7. März 1943.
1936 hatte das Ehepaar in der Schloßbergstraße 17 (damaliger Zählung) gewohnt, deportiert wurde es aus der Martinstraße 1.
Enkelin Ellen Fine, geborene Mayer, lebt heute verwitwet in Philadelphia. Sie hat eine Tochter und drei erwachsene Enkel. An ihre Großeltern erinnert sie sich sehr liebevoll: „Mein Opa und ich machten oft Spaziergänge am Rhein. Es machte mir Spaß, mit ihm spazieren zu gehen. Mit Oma spielte ich Spiele. Nach 1938 durften wir nirgendwo mehr hingehen. Meine Großeltern waren gute Menschen, und ich stand ihnen sehr nahe.“
Aus gesundheitlichen Gründen kann Frau Mayer Fine nicht an der Stolperstein-Verlegung teilnehmen. Den Stein für Ferdinand Simon finanziert ein Mitglied des Arbeitskreises Jüdisches Bingen; den Stein für Bertha Simon sponsert Hildegard d’Ornano aus Nordfrankreich.
Da sie die Idee, die hinter Gunter Demnigs Projekt steht, unterstützen wollte, entschied sie sich bei der Auswahl des Ortes, in dem „ihr“ Stolperstein liegen sollte, für Bingen, die Stadt ihrer Namenspatronin.